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Tuning Kult Hildesheim | Motortuning | Pro und Contra
Autor vor und nachteile von motortuning
green dragon
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Beiträge: 98
Ort: Hildesheim
Eingetreten: 01.09.07
Eingetragen am 23.09.2007 17:26
Tuning/Leistungssteigern des MR2/4A-GE:

Eigentlich ist der Motor des MR2 ja schon sehr gut entwickelt und hat für sein Baujahr auch ein gutes Leistungspotenzial, dennoch überkommt den ein oder anderen der Wunsch, dass sein Fahrzeug ein wenig mehr Durchzug und Power bekommt.
Dies ist über verschiedene Wege zu erreichen und aus eigener Erfahrung kann ich sagen das jeder in diesem Punkt andere Wege geht bzw. es so viele Meinungen darüber gibt, das der Leitfaden den ich hier versuche zu geben, nur eine Möglichkeit von vielen darstellt. Man kann z.B. einen ganz anderen Motor verbauen oder auch den original 4A-GE aufrüsten.
Noch eines Vorweg – es gibt kein Leistungsplus umsonst, wer mehr als +5 PS haben will muß immer tief in die Tasche greifen.

Generell kann man sagen es gibt folgende 3 Varianten:

4A-GE 16V Saugmotortuning:

Ohne hier in die Grundlagen des Motorenbaus zu gehen, kann man kaum Leistung erreichen. An erster Stelle bei dieser Tuningvariante sind die Nockenwellen zu nennen- Die original Nockenwellen haben 240° und einen Hub von 7,5 mm. Alles was darüber liegt sollte mehr oder weniger Leistung bzw. Drehmoment bringen, doch sollte man bedenken, dass ab etwa 280° bzw. 9 mm Hub massive Änderungen an der Einspritzanlage (größere Kraftstoffpumpe u. Einspritzventile bzw. Vergaser) bzw. dem Ventiltrieb (Untertassenstössel/Einstellscheiben u. stärkere Ventilfedern) vorgenommen werden müssen und der Leerlauf sehr darunter leidet.

Auch bei einer relativ kleinen Welle von etwa 258° empfiehlt es sich, den Benzindruck mittels eines einstellbaren Druckreglers zu erhöhen. Die Ansprechzeit beim Gasgeben verkürzt sich und man beugt einem abmagern des Gemisches vor.

Hat man sich für ein Sportnockenwellen Tuning entschlossen sollte man durch Verwendung eines Sportluftfilters und Fächerkrümmers noch ein wenig mehr an Leistung erhalten. Allerdings ist dann darauf zu achten, das dem Sportluftfilter immer genug Kaltluft zugeführt wird, denn sonst dreht sich die Wirkung ins Negative um und der Motor verliert an Leistung.

Will man noch tiefer in die Motormechanik eingreifen kann man den Zylinderkopf bearbeiten und beim Zusammenbau eine dünne Metallkopfdichtung verwenden. So kann man zum bsp. größere Ventile einbauen, die Kanäle erweitern und den Kopf etwas planen. Aber hier sind die Kosten für die saubere Ausführung der Arbeiten sehr hoch.

Noch höhere Kosten und Aufwand ist es, die Serienkolben gegen solche mit kompressionserhöhender Wirkung auszutauschen. Meist liegt dann das Verdichtungsverhältnis bei 11,5:1 statt 10:1 (bzw. 9,5:1).

Das Steuergerät sollte dann auch geändert werden, was aber nicht dem Begriff „Chiptuning“ verwechselt werden sollte. Chiptuning für ein paar hundert Euro ohne andere Maßnahmen das 10 PS bringen soll, ist rausgeworfenes Geld!

Es gibt gerade für die Non-Kat-Variante wirklich gute Steuergeräte von japanischen Tunigfirmen, beim Kat-Modell ist das nicht so einfach, meines Wissens gibt es kein Tuning-KAT-Steuergerät.

Sollte man sich zu einen fachmännischen Tuning mit all den oben aufgeführten Mitteln entschieden haben kommt man schnell auf 4000-6000 EUR und hat dann in etwa um 180 PS.
Wer noch mehr ausgeben will, kann durch feinwuchten des Kurbeltriebes und erleichtern der Schwungscheibe ein noch drehfreudigeres Triebwerk erhalten.

Eine günstigere Beispielvariante ist folgende:

258°/8mm Nockenwelle nur Einlaß (so hat man immer noch den original Leerlauf)
Benzindruckregler
Offener Luftfilter
Fächerkrümmer
TRD-Kopfdichtung 0,8mm

Damit hat man etwas zwischen 130 und 140 PS und trotzdem gutes Drehmoment (je nach Basis-Motorzustand). Kosten etwa 1500 EUR Material.



Der Motorentausch auf 4A-GZE (Kompressormotor):

Den 4A-GZE gab es ab Mitte 1987 in USA, Japan und England mit 148 PS und 190 Nm im MR2 SC (Supercharger). Diesen Motor bekommt man relativ oft bei Ebay USA samt Steuergerät, manchmal ist in USA auch eine Möglichkeit vorhanden nur den Kompressor samt benötigter Anbauteile zu erhalten, doch hier ist Vorsicht geboten, denn der SC hat eine Verdichtung von lediglich 8,5:1 also nicht einfach auf den 4A-GE Sauger pflanzen.

Ab ca. 1990 gab es dann den 4A-GZE in Japan im Corolla mit 160 PS und 210 Nm in England bekommt man manchmal einen Frontcut (Also die vordere Hälfte eines Unfallautos) mit diesem Motor.

Der 4A-GZE ist mit einem anderen Kurbelwellenkompressorrad auf etwa 190PS zu bringen, doch dann muß man einen anderen Wärmewert der Zündkerzen fahren und der Motor neigt zu Hitzeproblemen. Sollte man einen Motor ohne Steuergerät in Erwägung ziehen, dann muß man wissen, dass ein frei programmierbares Steuergerät auch um die 1000 EUR aufwärts kostet. Die Preise für diese Variante liegen bei um 600 US$ plus offiziellenVersand/Zoll nach Deutschland etwa noch mal um 1000 Euro. An der Stelle noch der Tip, dass viele SC-Motoren in einem Automaticfahrzeug eingebaut waren und dass deshalb das Steuergerät nicht zu verwenden ist, wenn man ein Handgeschalteten MR2 besitzt. Außerdem muß beim Umbau das Motorlager an der Batteriehalterung umgeschweißt werden.



Der Motorentausch auf 4A-GE 20V:



Der 4A-GE 20V ist auch eine immer öfter eingesetzte Variante, der Motor hat eine verstellbare Einlassnockenwelle, 20 Ventile und Einzeldrosselklappen. Je nach Baujahr leistet er zwischen 160 u. 175 PS. Man kann ihn über Holland und England, als Frontcut oder einzeln beziehen. Hauptproblem ist meist das Fehlende Steuergerät und der fehlende Kabelbaum, was den Umbau sehr kompliziert und verteuert. Wer denkt, er kann einen 20V Kopf auf den 4A-GE 16V „schnallen“ irrt, denn dem 16V Kolben fehlt der Ausschnitt für das 3 Einlassventil.



Weiter Möglichkeiten z.B. 7A-GE und 3S-GTE :



Man kann auch auf den 1,8L 7A-FE Block (Carina/Celica) den 4A-GE Kopf bauen und benutze dann einen Porschesteuerriemen vom 944. Der Motor hat dann wesentlich besseres Drehmoment und eine gute Leistung im Vergleich zum 4A-GE.



Der härteste Umbau der mir Bekannt ist, ist der 242 PS starke 2l Turbomotor aus der Celica GT4 3S-GTE. Hierzu ist aber die komplette Karosse und Bremse zu verstärken und das wird echt ein hartes Stück arbeit bis man den Antriebsstrang drin hat. Es gibt wohl nur 2 solcher Umbauten Weltweit in USA und Australien.



Grundsätzliches zu allen Umbauten und Tuningmaßnahmen:

TÜV gibt es wenn überhaupt nur sehr schwer, aber man sollte wenn man TÜV und die ABE des Fahrzeugs behalten will vor dem Umbau mit seinem TÜV vor Ort die geplante Aktion besprechen. Der 20V Motor ist in Deutschland nicht zulässig da ein Abgasgutachten fehlt, dies zu erstellen ist eine sehr Teure Angelegenheit. Der 4A-GZE ist schon in Deutschland schon zugelassen worden, ob und wie man ihn heut zugelassen bekommt ist mir nicht bekannt. (Solche Motoren könnten jedoch ohne Abgasgutachen in der schlechtesten Abgasgruppe (Fahrzeuge ohne Kat) eingestuft werden, was allerdings bedeutet, dass das Fahrzeug, in welches der Motor eingebaut werden soll, keine Abgasentgiftung besitzen darf, da eine Verschlechterung des Abgasverhaltens in Deutschland nicht erlaubt ist!)

Auch bei dem Tuning vom original 4A-GE erlischt die ABE und der Versicherungsschutz, wenn die Maßnahmen nicht in die Kfz-Papiere eingetragen werden und dies dannach dem Versicherer gemeldet wird- das sollte einem bewusst sein, wenn man mit Tuning anfängt.


alle guten dinge sind drei
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